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Rund um Ostern
Ostergedichte
| Wird bald Ostern sein? |
Kommt hervor, ihr Blümelein, komm hervor, du grünes Gras,
komm herbei, du Osterhas, komme bald und fehl mir nit,
bring auch deine Eier mit.
volkstümlich
| Am Ostermorgen |
Am Ostermorgen schwang die Lerche sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht. Das Licht zerbricht die Macht der Nacht -
erwacht ihr Lämmer all, erwacht, auf feuchtem Rasen kniet!
Es ward von einem Osterlamme getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug! Das Grab, es gab den Raub vom Staub zurück -
nun weidet grünes Laub, ihr Lämmer fromm und klug!
Der Baum des Lebens, fluchbeladen, stand abgestorben, dürr und tot.
Des Lammes Blut ihn mußte baden - nun wird es blühend rosenrot.
Gewendet ist die Not! O seht, her geht der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt im neuen Morgenrot.
Friedrich Rückert (1788 - 1866)
| 5 Hasen |
Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,
Es macht ein jeder, ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen: Die Sonn will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen wie kann man da legen
den Kindern das Ei? O weih, o weih!
Da sagte der König: So schweigt doch ein wenig!
Laßt Weinen und Sorgen wir legen sie morgen!
Heinrich Hoffmann (1809 - 1894)
| Mein Vater kaufte sich ein Haus |
Mein Vater kaufte sich ein Haus. An dem Hause war ein Garten.
In dem Garten war ein Baum. Auf dem Baum war ein Nest.
In dem Nest war ein Ei. In dem Ei war ein Dotter.
Im Dotter war ein Osterhase, der beißt dich in die Nase.
volkstümlich
| Das Osterei |
Hei, juchei! Kommt herbei! Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt. Endlich wird es doch entdeckt:
Hier ein Ei! Dort ein Ei! Bald sinds zwei und drei.
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)
| Auf ein Ei geschrieben |
Ostern ist zwar schon vorbei, also dies kein Osterei.
Doch wer sagt, es sei kein Segen, wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz schmeckt ein Eilein jedenfalls.
Und kurzum, mich täts gaudieren, dir dies Ei zu präsentieren.
Und zugleich tät es mich kitzeln, dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.
Die Sophisten und die Pfaffen stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen Wohl die Henne? Wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen? Erstlich ward das Ei erdacht:
Doch, weil noch kein Huhn gewesen, Schatz, so hat der Hase es gebracht.
Eduard Mörike (1804 - 1875)
| Unterm Baum im grünen Gras |
Unterm Baum im grünen Gras sitzt ein kleiner Osterhas!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr, macht ein Männchen, guckt hervor.
Springt dann fort mit einem Satz und ein kleiner frecher Spatz
Schaut jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ists? Ein Osterei!
volkstümlich
| Ostern, Ostern, Auferstehen |
Ostern, Ostern, Auferstehn. Lind und leis die Lüfte wehn.
Hell und froh die Glocken schallen: Osterglück den Menschen allen!
volkstümlich

